Vor allem aber ist dieser dritte Bond-Streifen jener Film, der den Prototypen des Bond-Bösewichts kreiert hat. War der erste Bond-Bösewicht Dr. No eher flau und schlug sich der britische Agent in Liebesgrüße aus Moskau mit normalen KGB-Agenten herum, ist Goldfinger jener Bösewicht, der noch heute stellvertretend für alle anderen Schurken genannt wird. Goldfinger ist nicht nur ein gewöhnlicher Gangster. Er ist ein Mann, der in seinem Gehirn den ultimativen Coup erdacht hat, der ihn zum Herrscher der Welt machen soll. Er ist ein König Midas, doch dies ist ihm nicht genug: Sein Plan besteht darin, die Goldreserven der Vereinigten Staaten in Fort Knox atomar zu verstrahlen, mit dem Ziel, den Goldpreis derart in die Höhe zu treiben, dass er, der Besitzer der größten privaten Goldvorräte, zu einer Art König der Welt aufsteigen würde. Die Gier nach gottgleicher Macht ist es, die ihn lenkt. Doch was wäre die Figur des Goldfingers ohne Gert Fröbe? Die Produzenten hatten den Deutschen in Es geschah am hellichten Tag gesehen und die Rolle ganz auf seine Persönlichkeit zugeschnitten. Eine Entscheidung, die sie nie bereut haben.
Wenn es also einen Bond-Film gibt, den man gesehen haben muss, dann ist dies Goldfinger. --Raphael Shargel
Im 25-minütigen "The Making of Goldfinger" kommen Regisseur Guy Hamilton, Hauptdarsteller Sean Connery, Drehbuchautor, Produktionsdesigner und viele andere vom technischen Stab zu Wort. Nicht zu vergessen die Bond-Girls Honor Blackman und Jill Eaton. Die gesamte Entwicklung vom Vorlagenroman über den Dreh bis zur sensationell erfolgreichen Premiere wird eingehend geschildert. Insbesondere "Q", Desmond Llewelyn, hat einiges über den wohl berühmtesten Bond-Wagen, den Aston Martin DB5 zu erzählen. 27 Minuten lang ist die Dokumentation "The Goldfinger Phenomenon", in der zeitgenössische Werbefilme, Interviews und Berichte gezeigt werden.
Besonders interessant: die Vielzahl an Produkten aus dem Bond-Merchandising. Weiterhin gibt es den Kinotrailer, drei TV-Spots, Radiowerbung und ein Radio-Interview mit Sean Connery. Eine Galerie zeigt Porträtfotos der Stars, die Drehorte sowie internationale Filmplakate. Zur Auswahl stehen gleich zwei Off-Kommentare, einmal von Regisseur Guy Hamilton, einmal von Mitgliedern des Produktionsteams, Stuntleuten und Effektemachern. Die englische, deutsche und spanische Filmfassung ist jeweils in Mono. --Alexander Röder